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30.01.2017, 10:32 Uhr
Schularbeitskreis der CDU-Kreistagsfraktion besucht Ernst-Reuter-Schule in Groß-Umstadt – „Die Ernst-Reuter-Schule ist bei der Umsetzung der Inklusion ein Leuchtturm.“
Im Rahmen ihrer regelmäßigen Schulbesuche besuchten die Schulausschussmitglieder der CDU-Kreistagsfraktion Darmstadt-Dieburg am Montag (23. Januar 2017) die Ernst-Reuter-Schule (ERS) in Groß-Umstadt. Die Ernst-Reuter-Schule ist eine integrierte Gesamtschule (IGS) mit Grundstufe und Abteilung mit  Förderschwerpunkt Lernen. An ihr werden ca. 600 Schülerinnen und Schülern von ca. 60 Lehrkräften unterrichtet. „Wir danken dem Schulleiter Matthias Hürten und seinem Stellvertreter Ulrich Freund für das sehr informative Gespräch. Man merkt sofort, dass beide die Ziele der Inklusion – das gleichberechtigte Zusammenleben von Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen – täglich in die Realität und ihren Schulalltag umsetzen“, berichtet der schulpolitische Sprecher der Kreistagsfraktion Sebastian Sehlbach.
Bild: Christiane Lang / CDU Deutschlands
Der Zeitpunkt des Schulbesuchs der Kreispolitiker sei geradezu ideal gewesen, da die Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes mit dem Schwerpunkt Inklusion für die nächsten fünf Jahre im Kreistag in diesem Jahr anstehe. „Uns hat vor allem der Weg bis hin zur schrittweisen Umsetzung der Inklusion und das pädagogische Konzept interessiert“, erläutert Sehlbach die Beweggründe, warum die CDU-Kreistagsfraktion schon wieder die Ernst-Reuter-Schule besuche. „Diese beiden – in unseren Augen – wichtigen  Punkte fehlen uns bei den aktuell beginnenden Planungen für den Neubau von inklusiven Grundschulen in Griesheim, Pfungstadt und Weiterstadt und der damit einhergehenden angekündigten  Auflösung der jeweiligen Förderschulen.“ Gerade bei einer so grundlegenden Schulorganisationsänderung gelte Gründlichkeit vor Schnelligkeit.

Die Ernst-Reuter-Schule war ursprünglich eine Grund, Haupt- und Realschule sowie eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen und hat mit den inklusiven Planungen vor ca. zehn Jahren begonnen. Seit sechs Jahren werden die Schüler ab der 1. Klasse gemeinsam eingeschult. In zwei Jahren ist dann mit den ersten gemeinsamen Schulabgängern zu rechnen.
„Auch das Anforderungs- und Tätigkeitsprofil der Lehrerinnen und Lehrer hat sich komplett verändert. Nun unterrichtet man nicht mehr nur eine Klasse, sondern alle Schüler individuell“, so der angehende Lehrer und Otzberger Kreistagsabgeordnete Thomas Schaumberg. „Das dauerhafte Verbleiben im Klassenverbund von der ersten Klasse bis zur Abgangsklasse, die Doppelbesetzung von Fach- und Förderschullehrern in den Hauptfächern sowie die hohe Anzahl der Klassenlehrerstunden sind Kernpunkte des beeindruckenden Konzeptes der ERS.“

Skeptisch sehen die Christdemokraten allerdings die direkte Umsetzung an kooperativen Gesamtschulen (KGS) mit den verschiedenen Kurssystemen oder auch an weiterführenden Schulen ab Klasse 5, ohne eine direkte Grundschule als Unterbau. „Hierbei muss jede Schule frühzeitig in Zusammenarbeit mit allen beteiligten Akteuren ein individuelles pädagogisches Konzept für das gemeinsame Lernen entwickeln“, ergänzt das Eppertshäuser CDU-Schulausschussmitglied Ann-Katrin Brockmann.

Abschließend kam das Gespräch dann allerdings nochmals auf die Sanierungspläne für das Schulgebäude. „Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Planungen und dann auch die Sanierungsmaßnahmen nun endlich zügig angegangen und umgesetzt werden“, versprachen die CDU-Kreispolitiker gemeinsam.