Neuigkeiten/Presse
21.01.2019, 13:26 Uhr
CDU-Kreistagsfraktion sieht ihre Befürchtungen bezüglich der Investitionen des Landkreises in die Liegenschaft ‚Schloss Heiligenberg‘ in Seeheim-Jugenheim bestätigt
„Landrat Schellhaas muss endlich lernen, mit dem Geld der Bürgerinnen und Bürger verantwortungsvoll umzugehen!“
„Uns war von Anfang an klar, dass die Investitionen in die Liegenschaft ‚Schloss Heiligenberg‘ in Seeheim-Jugenheim zur Errichtung einer Ästhetischen Privatklinik, böse Zungen würden von einer Schönheitsklinik sprechen, in einem finanziellen Desaster enden wird“, so der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion Lutz Köhler. 
„Als Hintergrund muss man wissen, dass in der Immobilie ‚Schloss Heiligenberg‘ durch die Kreiskliniken Räume angemietet wurden, um dort eine Ästhetische Privatklinik unterzubringen. Nach der ursprünglichen Planung sollten auf dem Heiligenberg ein Operationssaal mit einer dazugehörigen Ausstattung an Krankenbetten sowie Behandlungsräume für kleinere Eingriffe entstehen. Die geplanten Kosten lagen damals bei etwa 1,8 Millionen Euro für den Umbau und die Einrichtung. Bereits 2015 sollte die Privatklinik ihre Arbeit aufnehmen und schon im Folgejahr 2016 einen kleinen Gewinn von rund 100.000 Euro abwerfen; soweit die Planung. Die Realität sieht wesentlich dramatischer aus. Anfang des Jahres 2019 ist die Sanierung immer noch nicht abgeschlossen und ein Betriebsstart vor dem Herbst bedarf größter Anstrengungen. Die großen Pläne von einem eigenen OP-Saal und von Krankenbetten auf dem Heiligenberg sind ad acta gelegt und die Kosten belaufen sich derzeit auf über 3,3 Millionen Euro, wobei in diesem Betrag die seit 2015 gezahlte Kaltmiete von insgesamt rund 160.000 Euro noch nicht enthalten ist“, so der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Kreistagsfraktion Heiko Handschuh. 
 
„Die Zahlen des aktualisierten Businessplans der nun zur nächsten Kreistagssitzung vorgelegt wurde, weisen ab dem Jahr 2025 einen ersten leichten Gewinn von rund 100.000 Euro aus. Dieses Ergebnis konnte aber nur durch einen kalkulatorischen Trick erzielt werden, weil die Abschreibungen für die Investitionen auf insgesamt 17 Jahre berechnet wurden. Hätte man die Abschreibungen auf das Laufzeitende des Mietvertrages kalkuliert, wie es kaufmännisch richtig gewesen wäre, hätte man auch im Jahr 2025 noch kein Gewinn erzielen können“, so Köhler weiter.
 
„Aber von den finanziellen Tricks einmal ganz abgesehen, stellt sich auch die Frage, ob es zu den Kernaufgaben eines Landkreises gehört z. B. Botox-Spritzen oder Tattoo-Entfernungen anbieten zu müssen, noch dazu, wo in diesem Bereich kein sogenanntes Marktversagen in der Region erkennbar ist. Aus diesen Gründen scheinen sich die damaligen Bedenken der CDU in das erwartete Desaster zu verwandeln. Landrat Schellhaas muss endlich lernen, mit dem Geld der Bürgerinnen und Bürger verantwortungsvoll umzugehen“, so Köhler abschließend.