Neuigkeiten/Presse
15.05.2018, 23:25 Uhr
Annegret Kramp-Karrenbauer auf „Zuhör-Tour“ in Dieburg
CDU-Generalsekretärin stellt sich für mehr als zwei Stunden Fragen von Parteimitgliedern
Nah, näher, AKK. Unter diesem Motto hätte der Besuch von CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer in Dieburg auch stehen können. Denn AKK, wie die Saarländerin mitunter genannt wird, ist am Samstag nicht nach Südhessen gekommen, um über ihre Partei zu sprechen. Lieber spricht sie mit der Basis. Kramp-Karrenbauer hat sich bei ihrer „Zuhör-Tour“, die sie bis Juli deutschlandweit zu mehr als 40 Stationen geführt haben wird, Fragen und Anregungen von Partei-Mitgliedern aus der Region gestellt. Die Zuhör-Tour ist der erste Schritt auf dem Weg zu einem neuen Grundsatzprogramm der CDU. Dazu hat Kramp-Karrenbauer am Samstag in „der Karnevalshochburg Dieburg“, wie sie betont, Anregungen gesammelt.

Kontakt zur Basis, das hat der Besuch verdeutlicht, ist für sie nicht nur ein Begriff. Die Generalsekretärin schüttelt jede Hand, die sich ihr in der Römerhalle entgegenstreckt und hört jedem zu, der zu Wort kommen möchte. Und etwas zu sagen haben viele der rund 150 Besucher. „Die intensive Beteiligung der Basis an der Erstellung eines neuen Grundsatzprogramms ist für uns als moderne Volkspartei selbstverständlich“, hatte Hessens CDU-Generalsekretär Manfred Pentz zuvor den Besuch seiner Bundes-Kollegin begründet, die er zur Freude von Dieburgs CDU-Vorsitzender Melanie Wehrle in seinen Heimatwahlkreis geholt hatte.

Wer gedacht hatte, die Generalsekretärin werde kurz ein paar vorbereitete Fragen beantworten, wird schnell vom Gegenteil überzeugt. „Sie hören wirklich zu, ich merke das“, beginnt eine Besucherin ihre Frage an Kramp-Karrenbauer. Weiter kommt sie zunächst nicht, denn ihr Satz wird mit Beifall quittiert. Applaus gibt es diesen Nachmittag immer wieder – für Fragesteller und Generalsekretärin. Deutlich länger als die für den Besuch angesetzten zwei Stunden nimmt sich Kramp-Karrenbauer Zeit. Ihre Offenheit und Natürlichkeit kommen an, geschont wird sie dennoch nicht: Rente, Digitalisierung, Wirtschaft und Steuern, Europa, Umwelt, Energie und Landwirtschaft sind nur einige der Themen, mit denen sie es zu tun bekommt.

Die Mitglieder bestimmen mit ihren Fragen spontan, was besprochen werden soll. Digitalisierung solle nicht nur den Breitbandausbau umfassen, fordert jemand. Ein Besucher, im Außendienst tätig und „viel im ganzen Land unterwegs“, fände es „nett, endlich überall ohne Funklöcher telefonieren zu können“. Andere ärgern sich über ein „zu kompliziertes“ Steuersystem. Kramp-Karrenbauer notiert, reagiert, hört zu. Eine Frau möchte, dass auch Tierwohl einen Platz im Grundsatzprogramm findet. Dieses Thema müsse „sehr ernst und realistisch“ diskutiert werden, pflichtet ihr Kramp-Karrenbauer bei. Denn „zur Lebensqualität gehört auch das Tierwohl“ betont sie und spricht ehrlich an, was das aber auch bedeutet: höhere Preise. „Wer will, dass jedes Kilo Fleisch immer billiger wird, kann nicht glauben, dass das ohne Massentierhaltung geht.“

Ein großes Thema ist die Rente. „Wieso bekommt jemand, der 45 Jahre eingezahlt hat, nur 800 bis 900 Euro?“, fragt eine Zuhörerin. Das treibt auch „AKK“ um. Für sie umfasst das Thema sogar noch mehr: „Es geht ja nicht nur um materielle, sondern auch um soziale Armut“. Ferner müssten medizinische und infrastrukturelle Probleme gelöst werden, damit niemand im Alter aus seinem Heimatort wegziehen müsse, nur weil es dort keinen Arzt oder keine Bank mehr gibt. „Als Partei mit dem `C´ im Namen“, so Kramp-Karrenbauer, gehöre die Frage danach, wie man solche Herausforderungen konkret angehen kann, ins Grundsatzprogramm.

"Es freut mich, dass so lebhaft diskutiert wird", sagt Melanie Wehrle am Rande der Veranstaltung, die auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier verfolgt hat. Der Nachmittag zeige, so Wehrle, wie wichtig es den Menschen sei, dass "die da oben" ihnen zuhören und hier sei das möglich. Gerade weil eben nicht immer alle einer Meinung seien und dennoch einen gemeinsamen Wege finden wollen, ergänzt Fraktionsvorsitzender Renée Exner. "Das ist gelebte Demokratie", so
 Exner abschließend. 

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