Auf der Suche nach dem Zimmener Licht
„Mer kriege Licht! Zimmern unter Strom“, hieß es im Nebenraum des Restaurants „Zagreb“ in Groß-Zimmern, als Manfred Göbel seinen gut recherchierten Vortrag begann. Der ehemalige Lehrer und ausgewiesene Heimatforscher war auf Einladung der Senioren-Union der CDU Groß-Zimmern gekommen, um die über zwanzig Zuhörerinnen und Zuhörer über die Ereignisse um die Wende zwischen dem 19. Und 20. Jahrhundert zu informieren. Die Art, wie Manfred Göbel das Thema anging machte aus einer eher trockenen Materie einen spannenden und kurzweiligen Vortrag.
„Das elektrische Licht hob den Unterschied zwischen dem hellen Tag und der dunklen Nacht auf“, rief Göbel in Erinnerung. Was für uns selbstverständlich ist, war für die Menschen damals eine Sensation. Einmal am Schalter gedreht und die Stube oder der Gastraum war hell. Kein Petroleumsduft lag in der Luft. 1897 entschieden sich die Gemeinderäte in Groß-Zimmern ein E-Werk in der heutigen Lebrechtstraße zu bauen. Es dauerte bis zum 12. Juni 1904 bis alle Schwierigkeiten überwunden waren und in Groß-Zimmern die Straßen elektrisch beleuchtet wurden. In den Häusern war das elektrische Licht noch eher selten zu finden. Nur Geschäfte und reiche Groß-Zimmener konnten sich den Strom leisten. Seit 1919 versorgt die HEAG Groß-Zimmern mit dem immer wichtiger gewordenen Strom. Bügeleisen und der noch Kochapparat genannte Küchenherd waren die ersten elektrisch betriebenen Haushaltsgeräte. Auch das gehörte zu Göbels interessantem Rückblick.
Immer wieder erschienen Daten und Fakten aber auch Bilder von Akteuren der damaligen Zeit auf der großen Leinwand. Als zum Schluss des Vortrags noch die HEAG-Häuschen und die Dachständer auf der Leinwand erscheinen, wurden die Teilnehmer an ihre Kinder- und Jugendzeit erinnert.
Siegfried Sudra dankte Manfred Göbel für die bei einem Bundestagsbesuch in Berlin weilende Vorsitzende Marion Thürmer für seinen auch für Nicht-Zimmener interessanten Vortrag.